=^.^=

Reif für die Insel

Oh verflucht, was war der Arbeitstag gestern so grausam. Alleine in der Insel! Ne Stunde lang komm ich ja durchaus gut alleine zurecht, aber wenn man nur zwei Sekunden länger braucht, um ne Tüte aufzumachen, nen Kübel zu wechseln oder nen Grat rauszupuhlen, dann wirds eng. Diese Verkettung ungünstiger Ereignisse führte dann zu einem brechend vollen Band, über zweianhalb Stunden war kein Springer da und ich fing an, die ersten Teile eigenmächtig wegzuwerfen. Angeblich lief die langsam, aber dennoch bin ich echt nicht klar gekommen! So ein Mist! Noch dazu war ich körperlich recht fertig und hatte genug Zeit über jemanden nachzudenken. Beziehungsweise über ein paar bestimmte Leute. Da hab ich mich dann so reingesteigert, dass ich vor Bauchschmerzen kaum noch stehen konnte. Hab unsern Logistiker später gefragt, ob "kurzzeitiger Anfall blinder Zerstörungswut" ein legitimer Ausschussgrund sei. Er fands lustig (der Kerl is nebenbei bemerkt ohnehin mit einem coolen Humor ausgestattet^^), nur meinte ich das ernst, weil ich irgendwann so fertig war und nur noch durch die Insel getorkelt bin. Dieses ganze Geläster und Geflirte auf der Arbeit macht mit echt fertig. Wobei ich mich heute bereits auf Feierabend freue, weil mein Kleiner mich dann Übergabe macht =) Boah und in zwei Stunden muss ich mich auch schon wieder fertig machen. Ich hasse Spätschichten! Und ich darf wieder in die Insel, danach bin ich reif für die Insel...

Feeling: Frühjahrsmüde

Samstag nach dem Onkelz-Abend war ich auch reif für die Insel. Hatte ganz ordentlich getrunken, war dann aber doch so lange da, dass ich mich schon wieder nüchtern fühlte. Sollte das echt lassen, das wird sich irgendwann rächen. Na jedenfalls war der Laden brechend voll. Waren auch zwei Jungelchens ausm Dorf dabei. Einer vom Schützenverein, den anderen kannte ich ja noch von früher und von Wacken letztes Jahr. Da haben wir uns auch drüber unterhalten und ich hoffe, dass ich bei denen vielleicht ne Mitfahrgelegenheit gefunden habe. Würde mir sehr entgegenkommen ,) Und Fabi war auch da. Kenn den erst seit wenigen Wochen, aber es hat mich gefreut, mal mit dem zu quatschen. Der is auf ne gewisse Art voll putzig, weil er gesagt hat, ich solle ruhig zu ihm kommen, wenn ich mal Ärger mit jemandem hätte. Tjaja, die Bikerclubjungs, so sind se nunmal *g* Mich wunderts nur, dass ich sowas öfter mal gesagt bekomme. Von wegen ich solle gut auf mich aufpasssen. Frage mich, ob das nur so ne Floskel ist, die man mal eben dahersagt oder ob es wirklich ein paar Menschen gibt, denen es wirklich was ausmachen würde, wenn mir was passiert. Ein anstrengendes Thema. Darüber hab ich mich unter anderem am Samstag auch mit dem Resident DJ unterhalten. Der arme Jung war echt dermaßen betrunken, der schlief fast im Stehen ein. Das war ne so merkwürdige Situation. Er stand da an der Theke mit dem Kopf an den Pfosten gelehnt und nickte sekundenweise weg und ich stand einfach nur neben ihm. Ab und zu hat er rübergeschaut und mich immer gefragt, warum ich denn als noch dastehen würde. Der war so fertig mit der Welt, was wiederum mich ziemlich fertig gemacht hat. Haben dann bissi geredet, über unerreichte Ziele im Leben, Ziellosigkeit, übers durchbrennen, den Tod und das Schicksal. Da war ich nervlich schon recht am Ende. Als wir uns in den Armen lagen, musste ich schwer mit mir kämpfen und paar Tränen unterdrücken. Hat zum Glück niemand gemerkt, war ja auch kaum noch jemand da. Und im Raucherraum später saßen wir uns auf der Couch gegenüber und niemand hat ein Wort gesagt. So saßen wir fast drei Lieder lang einfach nur da. Ich den Kopf nach unten geneigt (hab den Fußboden angestarrt, weil ich nicht wusste, was ich machen sollte), die Hände gegenseitig fest aneinandergedrückt und schweigend. Okay die Songs vorher haben wir uns angeschaut. Das ist Ewigkeiten her, dass mir jemand so lange so direkt in die Augen gesehen hat ohne etwas zu sagen. Dann lief dieses eine Lied von den Onkelz, wo wir beide mitsangen, ich aber mal wieder mit den Tränen zu kämpfen hatte und deswegen nur noch nach unten starrte. Musste dem Blick irgendwie ausweichen. Das hasse ich übrigens so an den Onkelz. Im Grunde genommen völlig nichtssagende Texte und immer wieder dämliche Aneinanderreihungen von so 'starken' Worten wie "Liebe, Tod, Hass, Lüge, ...". Mehr sind die Texte nicht, aber je nachdem wie die Umstände sind, kommen sie einem super tiefgründig vor.
Ich stand später noch mit ihm und nem Bekannten, der aus der selben Ortschaft kam, draußen. Hab es der Inhaberin versprochen, dass ich auf den Acht gebe. Musste warten, bis dass das Taxi kam, war übrigens rund 40 Minuten waren, da ich ihm den Autoschlüssel weggenommen hatte. An der frischen Morgenluft gings ihm dann auch etwas besser, standen die ganze Wartezeit über knuddelnd rum, weil ich natürlich im kurzen Kleidchen echt gefroren hab. Dieser andere Typ arbeitet übrigens in der gleichen Firma, aber in ner anderen Halle und beschwerte sich, dass es bei ihnen keine so Frauen wie mich geben würde. Ach, dann als das Taxi kam, saß der Kollege schon drin. Wäre mal wieder die Chance gewesen... Aber ich bin bestimmt zu anständig... Oder zu feige... ach ich weiß es net. Oder es wäre zu einfach gewesen, da er ja so betrunken war... Oder doch viel zu lieb, wie er es mir ständig sagt... Chance vertan... mal wieder... Wobei ich mich den ganzen nächsten Tag echt gefreut habe. Auf ne gewisse Art kam ich mir sogar mal wieder glücklich vor. Denn ich weiß genau, dass er mich mag. Auf das Liebesgeständnis lege ich nicht so viel wert. Das war eher beiläufig so dahergesagt, als ich ne Band ansprach, die er scheinbar auch sehr mag... Dennoch hat es mich irgendwie zufrieden gemacht. Die folgenden Tage musste ich so oft über diese Nacht nachdenken. Entweder freu ich mich, wenn ich dran denke, dass er mich gut leiden kann, aber andererseits (so wie beim schreiben jetzt auch) laufen mir die Tränen reihenweise die Wangen runter und ich kann nichtmal genau sagen wieso. Auch als ich vor paar Tagen mit Schnubbi sprach. Da hab ich das Thema kurz erwähnt und ich war das komplette Chatgespräch über am heulen wie nen Schlosshund, obwohl es mir eigentlich gar nicht so schlecht geht. Ich versteh das nicht...

Da nun wieder viel zu viel Zeit vergangen ist und ich gleich arbeiten muss, erspare ich den Rest lieber. Wer will schon wochenlang was hören, von ner Situation, die eigentlich einfacher nicht sein könnte? Da aber beide an starker Bindungsangst leiden, macht es die Sache so furchtbar kompliziert. Wobei ich mir mittlerweile gar nicht mehr so sicher bin, inwiefern das alles auf Gegenseitigkeit beruht oder ob hier wirklich einer den anderen ausnutzt oder bsser gesagt einer den anderen - wenn vielleicht auch unbewusst, weil mans einfach nicht zugeben will - weh tut...

05/04/2009, 11:34

5.4.09 11:34

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL